Polizei und Internet

Januar 29, 2007 on 11:01 pm | In Beruf |

Heute will ich mal über ein Thema schreiben was mich schon längere Zeit beschäftigt und mit de ich heute wieder konfrontiert wurde. Das Wissen der Polizei über das Internet.

Heute gab es einen Beitrag auf www.online-hilfe.net wo ich es doch für besser hielt das die Polizei eine Person aufsuchte die dort einen Hilfeschrei abgesetzt hatte da das Leben dieser Person in Gefahr war, zumindest dieses so angegeben wurde. Ich hatte IP- und eMailadresse des Hilfesuchenden. Anhand der IP-Adresse konnte ich den Wohnort des Hilfesuchenden ausfindig machen und rief dort die zuständige Polizeidienststelle an mit der Bitte doch einmal die Person aufzusuchen welche das Schreiben abgesetzt hatte.

Folge war das ich erstmal erklären musste wie ich darauf kam das die Person in K. wohn(t)e. Ripe war dem netten Beamten, der extra hinzu geholt wurde da er sich mit dem Internet auskennen würde, nicht bekannt.

Nunja, scheinbar überzeugt von meinem „Wissen“ wollte der Beamten nun noch wissen wie man den Telefonanschluss zu der IP ausfindig machen könnte etc… Ich fing also an zu erklären ;-)

Nachdem er dieses verstanden hatte rief er 20 Minuten später wieder an: Die Telekom könnte ihm keine Auskunft erteilen. Ich riet dem Herren nun sich per Fax mit Stempel und Briefkopf bei der Telekom aus zu weisen und es nochmal zu versuchen (so handhabe ich das immer wenn die Polizei Auskünfte von mir haben möchte welche dringend sind). Es stand immer hin das Leben eines Menschen auf dem Spiel!

Ich könnte jetzt noch viele Storries zum besten geben deren Fazit sicher lauten würde: Warum weiß scheinbar niemand bei der Polizei so wirklich über das Internet bescheit, wo es in diesem doch mittlerweile so viele Möglichkeiten gibt Verbrechen zu begehen.

Eine Frage die sicher niemand beantworten kann.

3 Kommentare »

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  1. Die Frage, warum sich viele Polizisten gar nicht mit dem Internet auskennen, kann ich leider nicht beantworten. Aber das habe ich auch schon erlebt :-(

    Aus meiner Erfahrung heraus kann ich für derartige Fälle nur folgende Tips geben:
    1. am besten nicht auf einer Polizeiwache, sondern direkt beim LKA anrufen, denn die bekommen schneller was bei Telefon- und Internetbetreibern heraus und kennen sich oft auch besser aus;
    2. unbedingt sagen, daß “Gefahr im Verzug” ist - dann besteht sofortige Handlungspflicht für die Polizei und langen Diskussionen wird vorgebeugt.

    Kommentar von Sabine — Januar 30, 2007 #

  2. sowas ist irgendwie immer eine Gradwanderung. Aber was will man da schon tun?

    RICHTIG:
    Der Staat verbietet das Internet…

    Kommentar von Cryptronic — Januar 30, 2007 #

  3. Ich zeige ja öfter mal Leute wegen Betrug an und da hängen auch Zertifikate rum das die eine Weiterbildung in Sachen Ermittlung via Internet haben, aber der Polizist war auf dem Gebiet absolut unerfahren.

    Letztens erst wieder, bei nem Onlineshop von nem Kumpel und mir da haben wir einen Fake-Besteller angezeigt, ich hab dank GeoIP die Sache nach Hamburg verfolgt und wusste fast genau wer es sein kann. Ich hab dem Polizist extra gesagt, die sollen wenigstens erst schnell die IP-Adresse auf eine Kundennummer umschlüsseln damit die den Inhaber der IP zum damaligen Zeitpunkt haben. Da wusste er schon nicht was ne IP-Adresse ist aber sein Kollege wäre der Profi aufm Revier, der kümmert sich.

    Das Ende war ein Brief von der Staatsanwaltschaft, dass man aus mangelnden Hinweisen und da die Daten des ISP nicht mehr verfügbar waren das Verfahren einstellt, ist klar wenn mannach 4 Monaten mal anfragt wer damals die IP hatte …

    Kommentar von Sebastian — Januar 30, 2007 #

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